+49-(0)89-74 888-228

Go back

 

Makuladegeneration

 

Schon ein Gerstenkorn am Auge stört das Sehvermögen und macht dadurch das Leben unangenehm. Doch bei einer ernsthaften Erkrankung, wie z.B. bei einer Makuladegeneration, sind die Betroffenen mit einer weitaus schwierigeren Situation konfrontiert. Zwar führt eine Makuladegeneration nur in den seltensten Fällen zu einer vollständigen Blindheit, aber schon „fast blind“ zu sein beeinflusst das alltägliche Leben der Betroffenen enorm.

Was ist eine Makula?

Um verstehen zu können, was eine Makuladegeneration ist, ist es wichtig zu wissen, was für eine Bedeutung die Makula für das Auge und dessen Sehvermögen hat.

Als Makula wird das funktionelle Zentrum der Netzhaut bezeichnet. Sie ist für das höchste Sehvermögen innerhalb der Netzhaut zuständig und sehr empfindlich. Die ca. 30.000 Sehzellen sind über einzelne Nervenzellen direkt mit dem Gehirn verbunden. Eine Zerstörung oder Verletzung der Makula würde zu einer großen Einschränkung der Sicht führen.

Die Makula ist auch verantwortlich für das Fixieren eines Objekts. Durch das Fixieren ist es überhaupt möglich Details der unterschiedlichen Gegenstände im Alltag zu erkennen und diese einzuordnen. Das Fixieren verschiedener Objekte wird schon im Säuglingsalter erlernt und ist unverzichtbar für eine problemlose Orientierung. Gefährliche Gegenstände von harmlosen nicht unterscheiden zu können, die Gesichter der eigenen Kinder nicht mehr erkennen zu können und sogar sein eigenes Gesicht im Spiegel nur noch als dunklen oder hellen Schatten zu sehen, das sind wesentliche Folgen des Makula-Verlustes.

Auch beim Erstellen eines stereoskopischen Bildes ist die Makula unverzichtbar. Denn wenn die Informationen des rechten und linken Auges im Makula-Bereich zusammengetragen werden, hat unser Gehirn die Möglichkeit ein räumliches Bild zu entwerfen. Dies ermöglicht uns erst eine echte Tiefenwahrnehmung, das relevant ist für das genaue Abschätzen von Distanzen.

Was ist eine Makuladegeneration?

Bei der Makuladegeneration wird zwischen der trockenen und der feuchten Makuladegeneration unterschieden.

Die trockene Makuladegeneration wird bei 85% der an Makuladegeneration Erkrankten diagnostiziert. Bei dieser Form der Erkrankung sammeln sich Stoffwechselprodukte in der Makula-Pigmentschicht und verhindern somit die Versorgung der Makula. Denn durch das zunehmende Alter kommt es zu einem Nachlassen der Versorgung der Makula und der Entsorgung von Abfallstoffen. Sind keine weiteren Veränderungen vorhanden, kann davon ausgegangen werden, dass es sich um eine trockene Makuladegeneration handelt. Es kann aber durchaus sein, dass die trockene Makuladegeneration in die feuchte Makuladegeneration übergeht.

Denn bei der feuchten Makuladegeneration versucht das Auge die Makula durch neue Blutgefäße zu versorgen. Bei diesem gut gemeinten Versuch tritt Blutflüssigkeit aus und hebt die Netzhaut von der ernährenden Aderhaut ab. Durch das entstandene Netzhautödem sterben Sinneszellen ab. Die feuchte Makuladegeneration ist somit eine trockene Makuladegeneration mit einer zusätzlichen krankhaften Gefäßneubildung, d.h. als Voraussetzung für diese Krankheit ist  eine trockene Makuladegeneration. Von dieser Form der Makuladegeneration sind 15% der Makuladegeneration-Erkrankte betroffen. 

Die trockene sowie feuchte Makuladegeneration haben gemeinsam, dass die Farben zunehmend blasser erscheinen und das Lesen sich schwieriger gestaltet.

Woran kann eine Makuladegeneration erkannt werden?

In den Anfangsphasen nimmt der Betroffene keine Veränderung des Sehvermögens wahr. Denn ist vorerst nur ein Auge von der Krankheit betroffen, so kann das gesunde Auge die Verschlechterung noch ausgleichen. Somit wird eine Makuladegeneration oft zufällig entdeckt. Manchmal fällt den Betroffenen beim Lesen auf, das mit den Augen etwas nicht stimmt. Beim Lesen sieht er in der Mitte des Textes Schatten und Verzerrungen. Die Farbwahrnehmung wird gestört, wohingegen das Schwarz / Weiß – Sehen ohne Veränderungen bleibt.

Der Amsler-Gitter-Test:

Mit dem Test lässt sich die feuchte Makuladegeneration feststellen, denn besonders bei dieser werden Linien verzerrt und gebogen wahrgenommen.

Für ein unverfälschtes Ergebnis sollten folgende Punkte beachtet werden:

Beide Augen sollten getrennt getestet werden ohne diese zusammenzukneifen. Sollten Sie im Alltag eine Lesebrille benutzen, dann muss diese während des Tests auch aufgesetzt werden. Der normale Leseabstand von 30-40 cm sollte auch eingehalten werden.

Für den Amsler-Gitter-Test benötigen Sie ein Karo-Papier mit einem Fixierpunkt in der Mitte. Decken Sie erst das eine Auge ab und fixieren Sie mit dem anderen Auge den Punkt in der Mitte. Betrachten Sie ruhig den Punkt.

Nehmen Sie Veränderungen der Linien wahr? Sehen Sie verschwommene, dunkle oder leere Stellen? Sehen Sie Schatten auf dem Bild? Fehlen Teile des Gitters? Können Sie den Fixierpunkt deutlich erkennen?

Sollten eines oder mehrere dieser Fälle eintreten dann sollten Sie einen Arzt aufsuchen und ihm dies mitteilen. Je früher eine Makuladegeneration erkannt wird, umso besser.

Risikofaktoren

Es lässt sich kaum eindeutig zuordnen, welche Faktoren zu einer Makuladegeneration führen. Jedoch besteht beim Rauchen und beim Körpergewicht ein deutlicher Zusammenhang zu der Augenerkrankung. Personen, die Rauchen oder fettleibig sind, sind im Vergleich zu Nicht-Rauchern und schlanken Personen stärker betroffen. Erklären lässt sich dies dadurch, dass bei Menschen, die fettleibig sind und einen BMI über 30 haben, die Wahrscheinlichkeit bestimmte Erkrankungen zu bekommen erhöht ist.

Wie kann eine Makuladegeneration behandelt werden?

Bei der trockenen Makuladegeneration sind keine effektiven Behandlungsmethoden vorhanden. Hier ist Vorsorge besonders wichtig um das Risiko einer Augenerkrankung zu senken. Eine gesundheitsbewusste Ernährung hilft, den Körper mit genügend Vitalstoffen und Vitaminen zu versorgen, wie z.B. Carotinoide, Vitamin C, Vitamin E. Die Nährstoffe sollten über die Nahrung durch frisches Obst und besonders Gemüse aufgenommen werden, da diese oft besser verwertet werden können. Mit einer bewussten Lebenseinstellung lässt sich zudem das Körpergewicht einfacher kontrollieren. Bewegung und Sport oder wenigstens regelmäßiges Spazieren aktiviert den Kreislauf.

Die feuchte Makuladegeneration kann durch spezielle Behandlungsmöglichkeiten aufgehalten oder verlangsamt werden. Jedoch sollte man wissen, dass die Möglichkeiten hierbei hauptsächlich darauf beschränkt sind die Gefäßbildung zu stoppen.

Durch einen Hemmstoff kann die Gefäßneubildung gestoppt und eine Vernarbung der Gefäße herbeigeführt werden. Die zuvor entstandenen Schwellungen treten zurück und die Medikamente werden mehrmals in den Glaskörperraum gespritzt. Die drei Injektionen erfolgen in monatlichen Abständen. Nach etlichen monatlichen Kontrolluntersuchungen kann der Arzt dann sagen ob die Behandlung erfolgreich war.

Eine weitere Behandlung kann mit dem Laser erfolgen. Der Laser verödet aussprossende/undichte Gefäßbildungen, so dass keine Flüssigkeit mehr austreten kann. Hierbei kann leider auch gesundes Gewebe zerstört werden, womit die das Sehen unmittelbar verschlechtert wird. Bevorzugt wird diese Therapie bei Patienten die sich noch im Anfangsstadium der Entwicklung befinden.

Bei größeren Blutungen unter der Netzhaut kann eine Netzhaut-Glasoperation sinnvoll sein. Als erstes wird der Glaskörper entfernt, dann die Netzhaut in der Nähe der Blutung eingeschnitten und anschließend wird das Blut abgesaugt. Das Auge wird zu Letzt mit einem künstlichen Glaskörper aufgefüllt. Diese komplizierte Operation ist nicht ohne Risiken und eine Verbesserung der Sehschärfe ist begrenzt. Falls blutverdünnende Medikamente eingenommen werden müssen, sollte das immer mit dem Arzt abgesprochen werden. Denn während aber auch nach dem Eingriff kann es wieder zu Blutungen kommen.

Da überwiegend ältere Personen von der Krankheit betroffen sind, spricht man bei der Makuladegeneration von einer altersbedingten Krankheit. Trotzdem lohnt es sich aktiv und gesund zu leben.

Go back